Revolution des Immobilienmarktes? Spekulationen über Immobilienpreise

In Amerika bricht der Hypothekenmarkt durch die dauerhaft niedrigen Zinsen und die dort gängige Praxis der Kreditvergabe an bonitätsschwache Verbraucher langsam zusammen. Eine Studie spricht gar von über 2 Millionen Kreditnehmern, die ihr Eigenheim verlieren werden. Es wird schon lange vermutet, daß es dort eine "Immobilienblase" gibt, die, vergleichbar mit dem neuen Markt zur Jahrtausendwende, bald platzt. Eines der Warnsignale ist die stetig steigende Anzahl von notleidenden Kredite und von Zwangsversteigerungen.
Dieses Phänomen finden wir aber abgeschwächt auch in Deutschland. Die Zwangsversteigerungen nehmen kontinuierlich zu. Wurden im Jahr 2000 noch etwa 33.400 Objekte zwangsversteigert, stieg die Anzahl im Jahr 2005 um 67 Prozent auf fast 56.000 Objekte. Die Immobilienpreise entwickeln sich zudem regional unterschiedlich. Dennoch ist der Trend überall gleich: Die Preise in den Ballungszentren steigen, in den ländlichen Regionen fallen sie jedoch dramatisch.
Kostenunterschiede im Neubau

Baukosten für Einfamilienhäuser pro Quadratmeter im Jahr 2005

Quellen: Die Grafik wurde von Infochart erstellt. Die Daten stammen vom Statistischen Bundesamt.
Die Grafik verdeutlicht, daß die Preise regional sehr verschieden sind. Der Grund dafür ist die Entlohnung der gewerblichen Arbeitnehmer und die bestehende Infrastruktur.
Die Grundstückspreise bleiben unberücksichtigt. Sonst wäre die Preisschere für die Regionen noch signifikanter.
Die Baupreise haben direkten Einfluß auf den Wohnungsmarkt. Die Bau- und Grundstückskosten müssen durch den Mieter oder Eigentümer refinanziert werden.
Entsprechend der Neubaupreise verhält sich auch der Immobilienmarkt für Gebrauchtimmobilien. Regional ergeben sich gravierende Unterschiede.
In der Bundesrepublik gibt es drei Trends, die aus meiner Analyse signifikanten Einfluß auf den Immobilienmarkt nehmen könnten.
  • Pensionäre können wohnen, wo sie wollen.
  • Dienstleistungen für Pensionäre sind ein Wachstumsmarkt.
  • Mobilität ist für Pensionäre kein Hindernis.
Wer den dritten Lebensabschnitt erreicht hat, ist in der Regel gesundheitlich fitt, finanziell unabhängig und konsumiert. Es wachsen somit auch die Bedürfnisse an die Lebensqualität und der Bedarf an Lebensraum.
In den Urlaubsregionen der Ostsee- und Nordseeküste steigen die Immobilienpreise kontinuierlich. Dies ist das leise Signal, dass sich Senioren bereits in diese Erholungsgebiete einkaufen oder einen Zweitwohnsitz unterhalten. Immer mehr Ferienregionen tragen diesem Bedürfnis Rechnung und installieren die notwendige Infrastruktur, die Freizeit- und Erholungseinrichtungen und die Dienstleistungen, wie Pflege, Fitness und Mobilität. Von der Insel Usedom ist bekannt, daß Investoren kontinuierlich die freien Objekte vom Markt kaufen. Dieser Trend hat bereits zu steigenden Preisen geführt.
Wir werden im Immobilienmarkt eine Qualitätsoffensive erleben. Wohnungen mit hohem Lebenskomfort und niedrigen Nebenkosten sind eine Seite der Münze. Die andere Seite sind Angebote in bevorzugten Lagen. Ob die Infrastruktur, die Stadtnähe oder das Ballungszentrum in der Zukunft der bevorzugte Ort ist, muß bezweifelt werden.
Junge Menschen müssen arbeiten und brauchen das Ballungszentrum. Die Generation 60 plus kann überall leben und wird es tun. Lebensqualität, wie Natur, Wasser, Dienstleistung und Komfort werden den Immobilienmarkt revolutionieren.
Nur wer die passenden Angebote liefert, wird langfristig gewinnen.

Artikelinformationen:

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