Studie: Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Immobilienwirtschaft

Teil 4/7: Beiträge der Bau- und Immobilienwirtschaft zur Gesamtleistung

Kurzfassung des Gutachtens des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung e. V. an der Universität München

Dr. Volker Rußig

Leiter Fachgebiet Bautätigkeit und Immobilien
im Bereich Humankapital und Strukturwandel
Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Immobilienwirtschaft kann auch an unterschiedlichen, aber wiederum gleich dimensionierten oder in Geldeinheiten bewerteten Stromgrößen aufgezeigt werden. Hierzu gehören die Bauinvestitionen und die Fertigstellungen, mit denen die Bauwerksbestände (aber nicht die Grundstückswerte) wert- oder mengenmäßig fortgeschrieben werden, sowie Leistungen und Beschäftigte bzw. Erwerbstätige des Baugewerbes und des Grundstücks- und Wohnungswesens. Weitere Aufschlüsse ergeben sich aus konsistenten Analysen der Verflechtungsbeziehungen mit den übrigen Wirtschaftszweigen und der Endnachfrage.
Der Bauanteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) als gebräuchlichstem Konzept zur Messung der gesamtwirtschaftlichen Leistung ist seit 1991 (12,8 %) zunächst angestiegen (1994: 14,9 %), danach aber zurückgegangen. Der Anteilswert lag 2004 bei 10,2 %. Gemessen an diesem Indikator war die volkswirtschaftliche Bedeutung der Bauwirtschaft in den letzten Jahren rückläufig.
Die Bruttowertschöpfung des Grundstücks- und Wohnungswesens, dem in den VGR die Unternehmen mit einschlägigem Schwerpunkt und alle über den Markt abgewickelten Immobilien-Leistungen sowie der ganze Wohnungssektor zugeordnet werden, erreichte 2002 rund 249 Mrd. €. Das Baugewerbe brachte es auf etwa 89 Mrd. €.
Der Anteil des Grundstücks- und Wohnungswesens an der Bruttowertschöpfung betrug 1991 erst 9,5 %, 2002 aber bereits 12,7 %.
Beim Baugewerbe ging er von 6 % auf 4,5 % zurück.
Werden die hiermit (nur unvollständig) nachgewiesenen Leistungen zur Veränderung, Erhaltung und Bewirtschaftung der Immobilienbestände zusammengefasst, so erreicht dieser breiter abgegrenzte Sektor mit rund einem Sechstel der Bruttowertschöpfung ein beachtlich hohes Gewicht.
2003 waren statistisch zusammengefasst 389.729 Erwerbstätige im Grundstücksund Wohnungswesen beschäftigt; diese Zahl ist seit 1997 um fast 15 % angestiegen.
Die Diskrepanz zum Wertschöpfungsanteil dieses Wirtschaftsbereichs (12,7 %) resultiert aus der Einbeziehung des gesamten Wohnungssektors. Aussagen zur Sektorproduktivität lassen sich daraus nicht ableiten, weil der hierbei geleistete Arbeitseinsatz nicht vollständig erfasst wird.
Das Baugewerbe beschäftigte 2003 etwas mehr als 2,3 Mio. Erwerbstätige. 1997 waren es noch knapp 3 Mio. (- 23 %).
Nach der neuen Dienstleistungsstatistik erzielten 2002 über 165.000 Betriebe, die mit ihrem Schwerpunkt immobilienwirtschaftliche Leistungen erbrachten, einen Umsatz von 98,15 Mrd. €. Ein Drittel des Bewirtschaftungsumsatzes kommt aus der Vermittlung und zwei Drittel aus der Verwaltung.
Kennziffern für das Grundstücks- und Wohnungswesen 2002
Kennziffern für das Grundstücks- und Wohnungswesen 2002

Quelle: Statistisches Bundesamt (2004 – Dienstleistungsstatistik)

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