Baukostenindex und Baupreisindex

Teil 1/4: Indikatoren der Bauwirtschaft

Der Baukostenindex wie auch der Baupreisindex sind Konjunkturindikatoren der Bauwirtschaft und der Bauindustrie. Durch diese Indizes werden die Entwicklungen und Veränderungen der Preise und Märkte der Bauwirtschaft sichtbar gemacht.
Die Indizes zeigen auf, um wieviel Prozent die Preise für Bauleistungen und die wesentlichsten Bauwerksarten innerhalb bestimmter Zeiträume gestiegen oder gefallen sind. Um die Preisentwicklungen über längere Zeiträume genau messen zu können, werden sogenannte Basisjahre festgelegt. Als letztes Basisjahr wurde das Jahr 2000 gewählt.
Im Rahmen der Ermittlung der Baukosten- und der Baupreisindizes werden weitestgehend die "Bauleistungen am Bauwerk" zugrundegelegt. Grundstückskosten und Honorare für Architekten und Ingenieure sind im Baukostenindex und im Baupreisindex in der Regel nicht enthalten.
Mehr als 60 % der gesamten Bauinvestitionen in Deutschland werden im Bereich des Wohnungsneubaus getätigt. Somit ist der Wohnungsneubau, egal ob ein Mehr- oder Einfamilienhaus errichtet werden soll, die Bauwerksart mit der größten wirtschaftlichen Bedeutung. Dadurch sind die Indizes für diese Bauwerksart von großer Bedeutung für viele Bauherren.
Worüber der Baukostenindex und der Baupreisindex informieren, was sie messen, worin sie sich unterscheiden, für welche Bauwerksarten sie ermittelt werden, wie genau diese Indizes sind und welche Indizes für den privaten Bauinteressenten die wichtigsten sind, damit beschäftigen sich die nachfolgenden Fragen und Antworten.

Definition Baukostenindex

Der Baukostenindex ist ein Indikator, welcher die Entwicklung der Preise der beim Bauen eingesetzten Produktionsfaktoren aufzeigt und mißt. Aufgezeigt und gemessen werden insbesondere die Produktionsfaktoren Material- und Arbeitskosten. Aber auch die Kostenentwicklungen bezüglich der Produktionsfaktoren Geräte, Ausrüstungen, Energie und sonstiger Bauhilfsstoffe fließen in den Baukostenindex mit ein.
Grundsätzlich werden mit dem Baukostenindex die Kostenentwicklungen herausgestellt und gemessen, die dem Bauunternehmer bei der Erbringung seiner Bauleistungen entstehen.
Der Baukostenindex wird ohne Umsatzsteuer und nur für die Bauwerksart „Neubau von Wohngebäuden“ ermittelt, nicht jedoch für einzelne Bauleistungen. Er deckt ausschließlich Wohnbauten mit ein, zwei oder mehreren Wohnungen ab. Als reiner Faktorindex dient der Baukostenindex auch dazu, die Entwicklung der Baumärkte und Baupreise in Deutschland zu analysieren.
Die Berechnung der Baukostenindizes erfolgt auf der Grundlage vorhandener, vorwiegend amtlicher Datenquellen und Informationen. Er berechnet sich aus der Summe der beiden vorher gewogenen Teilindizes für Material- und Arbeitskosten sowie der Kostenfaktoren Gerät, Ausrüstung, Energie und Bauhilfsstoffe.

Definition Baupreisindex

Der Baupreisindex ist ebenfalls ein Indikator. Er zeigt auf und mißt, wie sich die Baupreise, die der Bauherr letztendlich tatsächlich bezahlt hat, entwickelt haben. Im Baupreisindex sind über die Kostenfaktoren des Baukostenidexes hinaus auch die Gewinne und alle Produktivitätsveränderungen des Bauunternehmers enthalten.
Mit dem Baupreisindex werden also die Preise sichtbar gemacht und gemessen, die der Bauunternehmer für seine Bauleistungen am Markt erzielt hat. Baupreisindizes decken verschiedene Bauwerksarten des Neubaus und ihre Bauleistungen ab und führen immer zu Bruttowerten.

Artikelinformationen:

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Über den Autor

Jürgen Rentner
Dipl. Ingenieur für Hochbau
Paßbild unseres Experten Jürgen Rentner

Die Immobilientrends des beginnenden 21. Jahrhunderts zu erfassen, die dahinterliegende Dynamik zu begreifen und die Ereignisse in Frage stellen, d. h. das Eigenleben der immer komplexer werdenden Immobilienwirtschaft zu ergründen, darin, so meine ich, besteht die Zielsetzung im Rahmen meiner Aktivitäten für den Immobilientutor. Auf das Sie in einer zum Teil unüberschaubaren Immobilienwelt wieder die Übersicht gewinnen.
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