Baukostenindex und Baupreisindex

Teil 3/4: Wichtige Indizes für private Bauherren

Die zwei wichtigsten Indizes für den privaten Bauherrn sind der Baupreisindex für „Wohngebäude-Bauleistungen insgesamt“ und der Baupreisindex für „Einfamilienhäuser in vorgefertigter und konventioneller Bauweise.“
Im Preisindex für „Wohngebäude-Bauleistungen insgesamt“ sind folgende Kosten enthalten:
  • Materialkosten,
  • Arbeitskosten,
  • Kosten für Gerät und Ausrüstung,
  • Energiekosten,
  • Gewinne der Bauunternehmen,
  • Produktivitätsänderungen der Baufirmen,
  • Kosten der Außenanlagen,
  • Kosten der Ausstattung,
  • Kosten für Architekten- und Ingenieurleistungen und
  • Kosten für alle Verwaltungsleistungen.
Dieser Preisindex stellt hinsichtlich der umfangreicheren, zugrundegelegten Datenmenge die einzige Ausnahme von der Regel dar. Fast alle der beim Neubau von Wohngebäuden anfallenden Kostenfaktoren werden erfaßt und abgedeckt. Der Bauherr kann somit die Kostenentwicklungen sowohl als Summe aller Bauleistungen als auch in Bezug auf die einzelnen Kostenfaktoren miteinander vergleichen. Das verleiht diesem Preisindex eine besondere Bedeutung und weitreichendere Aussagekraft.
Aber auch der Preisindex für „Einfamilienhäuser in vorgefertigter und konventioneller Bauweise“ liefert dem privaten Bauherrn wichtige Informationen. Dieser Index gibt Auskunft über die Entwicklung der Neubauwerte von Einfamilienhäusern in konventioneller und vorgefertigter Bauweise. Auf der Basis zurückliegender Entwicklungen können so gesichertere Schlußfolgerungen für zukünftige Entwicklungen der Baupreise gezogen werden.
Im Rahmen der Berechnung dieser Indizes für Einfamilienhäuser sind jedoch folgende Kosten nicht enthalten:
  • Kosten der Außenanlagen,
  • Kosten der Ausstattung,
  • Kosten für Architekten- und Ingenieurleistungen und
  • Kosten für Bauherrenleistungen.

Individualität

Ein Einfamilien- oder Mehrfamilienhaus zu bauen unterliegt ab einem bestimmten Punkt immer individuellen Vorstellungen und Wünschen. Deshalb lassen sich die Gesamtkosten von Wohngebäuden und Einfamilienhäusern nicht ohne weiteres miteinander vergleichen, weil Individualität individuelle Kosten hervorbringt. Um trotzdem eine möglichst hohe Genauigkeit zu erzielen, werden die Preise einzelner Bauleistungen, wie z. B. Maurer-, Beton- oder Putzarbeiten, über festgelegte Zeiträume beobachtet und erfaßt. Die Preise einzelner Bauleistungen lassen sich einfacher miteinander vergleichen und erfassen als ganze Bauwerke.
Desweiteren werden die Mengen der Bauleistungen, ihre qualitativen Beschaffenheiten wie auch der Kreis der berichtenden Unternehmer über einen festgelegten Basiszeitraum weitestgehend unverändert beibehalten.

Ermittlungsverfahren

Ausgewählte Bauunternehmen melden ihre jeweiligen Baupreise quartalsweise an die Statistischen Landesämter. Diese berechnen daraus die durchschnittlichen Preisentwicklungen und leiten die Ergebnisse als Landesmeßzahlen an das Statistische Bundesamt nach Wiesbaden weiter. Aus den gemeldeten Landesmeßzahlen werden dann die Bundesmeßzahlen berechnet. Nach einer exakten Gewichtung der Bundesmeßzahlen und unter Berücksichtigung der baugewerblichen Umsätze der einzelnen Länder werden abschließend die Baupreisindizes für die einzelnen Bauwerksarten ermittelt.

Artikelinformationen:

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Über den Autor

Jürgen Rentner
Dipl. Ingenieur für Hochbau
Paßbild unseres Experten Jürgen Rentner

Die Immobilientrends des beginnenden 21. Jahrhunderts zu erfassen, die dahinterliegende Dynamik zu begreifen und die Ereignisse in Frage stellen, d. h. das Eigenleben der immer komplexer werdenden Immobilienwirtschaft zu ergründen, darin, so meine ich, besteht die Zielsetzung im Rahmen meiner Aktivitäten für den Immobilientutor. Auf das Sie in einer zum Teil unüberschaubaren Immobilienwelt wieder die Übersicht gewinnen.
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