Herr Thielemann sagt der energetischen Modernisierung stark wachsende Bedeutung voraus: „Als unabhängiger Gutachter für die Wertermittlung von
Immobilien kann ich für die Zukunft voraussagen, daß diejenige Immobilien einen erheblichen Wertzuwachs haben werden, bei denen eine dem
derzeitigen technisch möglichen Standard entsprechende Verringerung der Energiekosten erreicht wurde.“ Diese sollte allerdings auch nachweisbar
sein, idealerweise durch die zugrundeliegenden bauphysikalischen Berechnungen vor der energetischen Modernisierung und durch die real angefallenen
Energiekosten nach der Baumaßnahme. Die technischen Möglichkeiten für die Modernisierung sind heute weitgehend ausgereizt. „Es ist daher zu
erwarten, daß eine optimal modernisierte Immobilie auch in 50 oder 60 Jahren noch den Ansprüchen genügen wird. Daher wird der Wert einer
qualifiziert optimierten Immobilie im Verhältnis zu den kontinuierlich wachsenden Primärenergiekosten auf Dauer steigen“, so Thielemann.
Für den Immobilieneigentümer geht der Nutzen einer Modernisierung über das Einsparen von Energiekosten weit hinaus. Ein
sehr erwünschter Effekt von thermischen Optimierungen an der Gebäudehülle ist die gesicherte Erhaltung der Bausubstanz im Dach und im
Fassadenbereich. Auch führen die bautechnischen Verbesserungen neben der gesteigerten Vermietbarkeit zu einer Erhöhung des Verkaufswertes der
Immobilien. Gleichzeitig verbessern die Investitionen nach der Amortisation durch die erhöhten Kaltmieten direkt die Rendite. Da verantwortliche
und qualifizierte Modernisierung auf jahrzehntelange Nutzung ausgelegt ist, lohnt es schon bei der Auswahl der Baustoffe in Stoffkreisläufen zu
denken, um später nach Ablauf der Nutzungsdauer im Rückbau unnötige Kosten zu vermeiden.
Letztlich gehen die Möglichkeiten energetischer Modernisierung weit über einfaches Dämmen oder neue Fenster und
Heizkessel hinaus. Herr Thielemann illustriert dies an einem ungewöhnlichen Beispiel: „Eine Kundin von mir, die einen Plattenbau aus Beton bewohnt,
hat sich den ‚Luxus’ geleistet, ihre Wohnung innen mit dicken Lehmbauplatten auszukleiden. Deren ausgleichende Wirkung veränderte das Raumklima in
ihrer Wohnung insbesondere im Hochsommer völlig. Schon in der verwendeten Stärke von 3 Zentimetern hat Lehm nämlich einen deutlich spürbaren
thermisch-hydrischen Effekt. Raumfeuchtigkeit wird vom Lehm schnell aufgenommen und zieht in die Platten, wo sie abkühlt und als Kälte wieder in
den Raum zurückstrahlt. So wirken diese Lehmwände wie großflächige Kühlplatten, ohne die unerfreulichen Nebenwirkungen einer Klimaanlage wie Zug,
Lärm und Strombedarf.“
Eine gut geplante und durchgeführte energetische Modernisierung kann mit häufig nur 25 Prozent der vormaligen
Energiekosten auf Dauer ein hohes Maß an Komfort, Wohnlichkeit und Behaglichkeit garantieren.