Was Sie über Photovoltaik wissen sollten

Teil 2/3: Finanzierung einer Photovoltaik-Anlage

5. Die Finanzierung von Photovoltaikanlagen kann für viele Betreiber und Kunden eine unüberwindbare Hürde darstellen. Der Grund ist manchmal die mangelnde Kenntnis der Banksachbearbeiter oder auch die unklaren Wünsche der Kunden. Dabei ist es relativ einfach, eine Photovoltaikanlage zu finanzieren. Die Finanzierung erfolgt in 7 Schritten:
1. Schritt
Die Bank möchte gern wissen, was die Anlage "verdient". Also muß der Kunde eine Ertragsvorausschau vorlegen. Diese berechnet das Ingenieurbüro, der Energieberater oder der Fachplaner. Bitte unbedingt darauf achten, daß es sich um einen fachkundigen Planer mit nachweisbarer Erfahrung handelt.
Aus der vom Photovoltaik-Generator (PV-Generator) erzeugten Energie (wechselstromseitig) ergibt sich durch die Multiplikation mit der gültigen Einspeisevergütung die Gesamtvergütung.
2. Schritt
Jetzt muß der Kunde entscheiden, welche Finanzierung gewünscht wird. Es gibt so viele Varianten, daß es sinnlos wäre, mit der Idee der Vollständigkeit die Varianten zu nennen.
Eventuell möchte der Kunde seine Anlage über 20 Jahre finanzieren und jedes Jahr einen Überschuß generieren. Oder die Anlage soll so schnell wie möglich bezahlt werden, um dann ohne Zins- und Tilgungszahlung die gesamte Einspeisevergütung ansparen zu können. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das eingesetzte Eigenkapital mit einer möglichst hohen Rendite zu verzinsen. Auch ein Rentensparsplan (Solarrente) ist neben vielen weiteren eine denkbare Alternative. Grundsätzlich gilt: Von den Wünschen und der Bonität des Kunden ist die Art und die Kondition der Finanzierung abhängig.
Wichtiger Hinweis:
Wirtschaftlichkeitsberechnungen können erst erstellt werden, wenn der Kunde die Konditionen seiner Finanzierung kennt. Finanzierungskonditionen können im Einzelfall, besonders bei gewerblichen Kunden, erheblich abweichen und sind nicht voraussehbar.
3. Schritt
Nach der Entscheidung für eine Finanzierungsvariante sind mit den dann ermittelten Konditionen Wirtrschaftlichkeitsbetrachtungen möglich. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung ist die Grundlage für die Wahl der Abschreibung und der Steuergestaltung.
Wichtiger Hinweis: Jeder Besitzer einer Photovoltaikanlage gilt offiziell als Unternehmer und generiert Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb. Diese Einkünfte sind zu versteuern und die Investition wird im Gegenzug abgeschrieben. Aufgrund des Rechtsberatungsgesetzes verzichten wir auf weitere Auskünfte und empfehlen diesbezüglich, die Beratung eines Steuerfachmannes in Anspruch zu nehmen.
4. Schritt
Der Kunde möchte jetzt mit der Bank die Finanzierung abschließen. Dazu wird die Bank eine Bonitätsprüfung durchführen. Bei gewerblichen Kunden werden bestimmt Auskünfte über den Gewerbebetrieb verlangt. Jeder Unternehmer kennt dieses Prozedere. Bei Privatkunden reicht eine Selbstauskunft und die Einreichung der Verdienstnachweise.
5. Schritt
Die endgültige Entscheidung über die Finanzierungsvariante ist gefällt und es erfolgt die Gestaltung der Finanzierung. Die finanzierende Bank verlangt für die Ausgabe des Kredites entsprechende Sicherheiten. Als Sicherheit für die Bank gilt im Allgemeinen die Anlage selbst und die Einspeisevergütung. Grundbucheinträge sind meist nur in Abteilung II nötig. In Abteilung II des Grundbuches wird ein Recht eingetragen, daß die Bank im Bedarfsfall die Anlage demontieren darf und dazu das Grundstück betreten kann. Viele Banken verzichten bereits auf die Absicherung. Wer ein fremdes Dach gemietet hat, wird aber auf diese Absicherung nicht verzichten können.
6. Schritt
Die Bank wird mit Vorlage der Kreditverträge sehr genau das Angebot des Anlagenanbieters ansehen und prüfen, ob die Anlage dem Stand der Technik entspricht und ob die in der Branche üblichen Preise, Garantien und Technologien verwendet werden.
7. Schritt
In den Wirtschaftlichkeitsberechnungen werden immer Nettowerte zugrunde geleget. Der Kunde muß dem Solateur allerdings auch die Mehrwertsteuer bezahlen, die dann aber nach etwa zwei Monaten vom Finanzamt erstattet wird (Vorsteuerregel). Wer die Mehrwertsteuer nicht aus dem Eigenkapital verauslagen kann, sollte mit seiner Bank eine Zwischenfinanzierung vereinbaren.
Wichtiger Hinweis: Die meisten Lieferanten von Solaranlagen verlangen Vorkasse oder Bankbürgschaften. Auch diese Zahlungen sind mit der Bank zu verhandeln und zu vereinbaren.

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