Was Sie über Photovoltaik wissen sollten

Teil 1/3: Welches Potential hat die Photovoltaik?

Theoretisch ist es möglich, unseren Energieverbrauch durch die Sonne zu decken. Unsere derzeitige Technologie erlaubt allerdings nur einen Systemwirkungsgrad von 10 bis 15 %. Dies bedeutet, daß selbst im Optimalfall nur 15 % der Sonneneinstrahlung durch die Photovoltaikanlage genutzt werden.

Wie funktioniert eine Photovoltaikanlage?

In den Solarmodulen wird ein Gleichstrom erzeugt. Die Solarmodule (1) werden mit einem Montagegestell (2) auf dem Dach befestigt. Die Anschlußleitungen (3) der Solarmodule werden am Generatoranschlußkasten (4) zusammengefaßt und über die Gleichstromhauptleitung (5) in die DC-Freischaltbox (6) geführt. Die Freischaltbox ist ein Hauptschalter, der die Solarmodule spannungsfrei schalten kann. Von der Freischaltbox wird der Wechselrichter (7) angeschlossen. Der Wechselrichter wandelt die Gleichspannung in eine Netzspannung (Wechselstrom mit 50 Hz) um. Über den Einspeisezähler (9) wird der Strom über den Hausanschluß (10) in das Netz eingespeist.

Was sollte der Käufer einer Photovoltaikanlage wissen?

1. Laut Rechtssprechung des BGH aus dem Jahr 2004 ist davon auszugehen, daß der Kauf einer Photovoltaikanlage ein Vertrag nach dem Kaufvertragsrecht ist, so Rechtsanwalt Dr. Thomas Binder. Das bedeutet für den Käufer, daß die rechtlichen Auseinandersetzungen nach kaufrechtlichen Gesichtspunkten zu führen sind. Wir sind verpflichtet, uns an das Rechtsberatungsgesetz zu halten und geben somit keine Hinweise in Sachen Vertragsrecht, jedoch ist der Kaufvertrag für den Käufer mit umfänglichen Gewährleistungsansprüchen verbunden.
2. Der Käufer einer Photovoltaikanlage finanziert in der Regel einen Teilbetrag der Kaufsumme über ein Finanzinstitut oder eine Bank. In diesem Fall müssen über die Laufzeit der Kredite Zins- und Tilgungszahlungen geleistet werden, die aus dem Ertrag der Anlage gezahlt werden. Damit dies reibungslos funktioniert, sollte die Anlage ohne Unterbrechung mindestens über die Laufzeit der Kredite (in der Regel 20 Jahre), die prognostizierten Erträge generieren. Dies ist nur der Fall, wenn
  1. der Solargenerator fehlerfrei arbeitet,
  2. der Wechselrichter fehlerfrei arbeitet,
  3. keine Kabelschäden entstehen,
  4. die Anlage nicht verschmutzt,
  5. die Solarmodule nicht durch Witterung beschädigt und
  6. die Kontakte nicht korrodieren.
3. Die Auslegung der Photovoltaikanlage gehört in die Hand eines Fachmanns. Rechtsanwalt Dr. Thomas Binder vertritt die Meinung, daß besonders bei Photovoltaikanlagen die Beratung und die Ertragsberechnung für den Käufer ausschlaggebend beim Kauf sind. In diesem Fall können für fehlerhafte Ertragsprognosen beim Verkäufer Schadensersatzansprüche angemeldet werden, falls die prognostizierten Erträge nicht erreicht werden. Im schlimmsten Fall tritt der Käufer vom Vertrag zurück. Das bedeutet, daß der Verkäufer die Anlage und der Käufer seinen Kaufpreis erhält.
4. Der Käufer kann auf sichere Erträge spekulieren, wenn nachfolgende Rahmenbedingungen beachtet werden:
  1. Der Solargenerator besteht aus mono- oder polykristallinen Siliziumzellen. Diese werden bereits seit 30 Jahren verwendet. Dadurch liegen viele Erfahrungen über die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit vor. Auf die so genannten Dünnschichtmodule trifft dies allerdings nicht zu.
  2. Der Hersteller der Solarmodule gehört zu einer internationalen Konzernstruktur, weil eine Garantie immer auch von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und der Größe des Herstellers abhängig ist.
  3. Der Hersteller der Solarmodule gibt umfangreiche Produkt- und Leistungsgarantien. Die Fehlerfreiheit der Anlage wird in der Regel für 2 bis 5 Jahre garantiert. Die Leistungsgarantien sehen in der Regel nach 12 Jahren 90 % der Modul-Nennleistung und nach 25 Jahre 80 % der Modul-Nennleistung vor. Das bedeutet, daß ein Modul mit einer Nennleistung von 190 W nach 12 Jahren noch mindestens eine Nennleistung von 171 W haben muß.
  4. Der Hersteller sollte zur Durchsetzung von Ansprüchen seinen wirtschaftlichen Sitz in Deutschland haben und nicht nur mit einer Niederlassung vertreten sein.
  5. Die Anlage ist nicht verschmutzt, weil Verschmutzungen Verschattungen bedingen und dadurch der Ertrag sinkt. Verschmutzungen sind bei den heutigen Spezialscheiben der führenden Hersteller selten und treten wahrscheinlich nur bei Anlagen auf, die unter 20° Neigung montiert sind.
  6. Die Anpassung der Solarmodule an den Wechselrichter ist maßgebend für den Energieertrag. Prof. Andreas Wagner (Autor des Buches „Photovoltaik Engineering - Handbuch für Planung, Entwicklung und Anwendung“) schreibt: „Wesentlich für einen wirtschaftlichen Betrieb photovoltaischer Systeme ist die gute Ausnutzung der angebotenen Gleichstrom-Energie. Der Wirkungsgrad der Komponenten ist daher von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Zusätzlich zum Wirkungsgrad ist die Anpaßgenauigkeit eines Wechselrichters von gleicher Wichtigkeit für den Energieertrag.“
  7. Der Wechselrichter selbst sollte vor Überspannung aus dem Netz geschützt werden und es ist sinnvoll Wechselrichter zu verwenden, die mit Leistungsteilen arbeiten, damit bereits auch geringe Sonneneinstrahlungen genutzt werden können. Der Wechselrichter sollte im so genannten MPP Tracking betrieben werden. Das bedeutet, daß der Wechselrichter im Maximum-Power-Point der Solargeneratorkennlinie arbeitet.

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