Änderungen bei der Förderung von Photovoltaikanlagen ab Juli 2010

Haus mit Photovoltaikanlage

Das Bundeskabinett stimmt am 03.03.2010 einer neuen Einspeisevergütung für Solarstrom zu, die ab Juli 2010 in Kraft tritt. Trotz sinkender Einspeisevergütungen soll der Ausbau der Solarenergie jedoch nicht gefährdet werden.

Überblick der Änderungen

  • Einspeisevergütung für Eigenverbrauch steigt
    Ausschließlich beim Eigenverbrauch des Solarstroms von Dachanlagen erhöht sich die Förderung von 3,5 auf 8 Cent je Kilowattstunde Strom. Da parallel hierzu die Vergütungssätze für die Einspeisung ins Stromnetz sinken, ist es für die Betreiber von Photovoltaikanlagen sinnvoll, möglichst viel Strom selbst zu verbrauchen. Die Erhöhung ist bis Ende 2011 begrenzt. Im Jahre 2012 ist vorgesehen, mit der großen Reform des EEG-Gesetzes entsprechende Anschlußregelungen zu finden.
  • Einspeisevergütung ins Netz sinkt
    Die Einspeisevergütung ins Netz wurde zu Beginn des Jahres 2010 um 9 % Prozent gekürzt. Ab dem Juli 2010 wird die Einspeisevergütung um weitere 16 % abgesenkt, wodurch ein Kürzung von insgesamt 25 % entsteht. Für die nächsten Jahre soll es bei den regulären jährlichen Absenkungen der Einspeisevergütung von 9 % bleiben.
  • Förderung von Solaranlagen auf Äckern wurde gestrichen
    Solaranlagen auf Äckern werden ab Juli 2010 nicht mehr gefördert. Als Ausnahmen gelten Anlagen, die bis 2010 genehmigt wurden und bis 2011 ans Netz gehen. Stattdessen werden Photovoltaikanlagen in Gewerbegebieten zugelassen.
  • Bestehende Anlagen nicht betroffen
    Von den geplanten Kürzungen sind bereits bestehende Anlagen nicht betroffen, sondern nur die Anlagen, die nach Inkrafttreten der Änderungen in Betrieb genommen werden.

Vergütungssätze für Photovoltaikanlagen

Die sogenannten „Degressions- und Vergütungssätze“ für Solaranlagen werden von der Bundesnetzagentur veröffentlicht. Weitere Details sind auf der Seite Vergütungssätze für Photovoltaikanlagen der Bundesnetzagentur nachzulesen.

Sonst bleibt alles beim alten

Am 1. April 2000 wurde das ursprüngliche Erneuerbare Energie Gesetz (EEG) verabschiedet. Dieses Gesetz dient dem Klima- und Umweltschutz und regelt die Einspeisevergütung, die ein Betreiber aus der Stromerzeugung mit regenerativen Energien wie der Sonne, dem Wind oder dem Wasser erhält.
Die Betreiber von Solaranlagen erhalten demnach eine Einspeisevergütung für jede erzeugte Kilowattstunde (kWh) Strom vom zuständigen Energieversorger. Diese Vergütungssätze sind für 20 Jahre, ab dem Tag der Inbetriebnahme der Anlage gerechnet, festgeschrieben. Auch nach der Senkung der Einspeisevergüntung im Juli 2010 wird der ins öffentliche Netz eingespeiste Solar-Strom immer noch mit einem höheren Betrag vergütet als Verbraucher selbst für Strom bezahlen müssen.
Photovoltaikanlagen können darüber hinaus steuerliche Vorteile bringen. Zur Finanzierung einer Anlage gibt es weitere Förderprogramme. Informationen dazu erhalten Sie auch auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Artikelinformationen:

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Über den Autor

Jürgen Rentner
Dipl. Ingenieur für Hochbau
Paßbild unseres Experten Jürgen Rentner

Die Immobilientrends des beginnenden 21. Jahrhunderts zu erfassen, die dahinterliegende Dynamik zu begreifen und die Ereignisse in Frage stellen, d. h. das Eigenleben der immer komplexer werdenden Immobilienwirtschaft zu ergründen, darin, so meine ich, besteht die Zielsetzung im Rahmen meiner Aktivitäten für den Immobilientutor. Auf das Sie in einer zum Teil unüberschaubaren Immobilienwelt wieder die Übersicht gewinnen.
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