Probleme des Bauherrn und Maßnahmen der Projektsteuerung

Teil 3/3: Planung und Überwachung der Kosten und Finanzmittel

Die Kosten- und Finanzmittelplanung eines Projektes ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine der sensibelsten Aufgaben des Bauherrn und seines Projektsteuerers. Nicht ohne Grund sagt man, bei Geld hört die Freundschaft auf. Wird ein Unternehmer geringer bezahlt als geplant oder erhält er mit einer Teilrechnung mehr Geld als vorgesehen, steht erfahrungsgemäß einer schwerwiegenden Auseinandersetzung zwischen den Beteiligten nichts mehr im Wege.
Die fachkundige Projektsteuerung weiß wann und wo solche Probleme auftreten könnten und sorgt zwingend und vorbeugend dafür, daß kein Projektbeteiligter zu keiner Zeit seiner Leistungserbringung zu wenig oder zu viel Geld erhält.
Die Finanzmittelplanung wird durch den Projektsteuerer exakt auf die Bauablaufplanung abgestimmt so das gesichert ist, daß nur soviel Geldmittel bereitgestellt werden, welche gemäß Baufortschritt erforderlich sind. Dadurch wird auch die daraus resultierende Zinsbelastung so gering wie möglich gehalten.

Auswirkungen bei Problemen mit der Termineinhaltung

Der Terminverzug in der Fertigstellung einer Baumaßnahme führt oft dazu, daß die Durchführung der darauffolgenden oder der parallel beginnenden Baumaßnahmen nicht planmäßig beginnen kann und aus dieser Abhängigkeit heraus der vereinbarte Übergabetermin des Projektes gefährdet wird. Das ist fast immer dann der Fall, wenn mindestens eine der verzögerten Baumaßnahmen keinen Spielraum für einen terminlichen Aufschub mehr hat. Diese Situation muß durch den Projektsteuerer rechtzeitig erkannt werden, damit eine Verschiebung der Teilfertigstellungstermine keine negative Auswirkungen auf den geplanten Endtermin für die Fertigstellung des Gesamtprojektes hat.
Ein Terminverzug erfordert die Festlegung neuer Termine nach nochmaliger Abstimmung mit den betroffenen Firmen. Dieser Vorgang kann sehr problematisch sein und zu einer beachtlichen Verzögerung der Baumaßnahmen führen. Veränderte Termine erfordern die Umplanung von Materiallieferungen und des Arbeitskräfteeinsatzes. Diese Umplanungen führen fast immer zu finanziellen Mehrbelastungen für alle Beteiligten.
Für den Bauherrn selbst entstehen durch eine verspätete Fertigstellung mit Sicherheit auch noch Miet- und Kapitalzinsverluste, ganz zu Schweigen von Mietminderungsansprüchen im Rahmen von Modernisierungsarbeiten.
Die professionelle Projektsteuerung sorgt unter anderem dafür, daß durch eine kontinuierliche Terminüberwachung alle Verzögerungen rechtzeitig erkannt und umgehend wirksame Anpassungsmaßnahmen, wie zum Beispiel die erforderliche Steigerung von Arbeitskräften, eingeleitet werden. Durch diese regulierenden Anpassungmaßnahmen wird das Risiko eines späteren Fertigstellungstermins für das Gesamtprojekt entscheidend minimiert. Im Normalfall sollte durch den Einsatz eines erfahrenen Projektsteuerers der Endfertigstellungstermin so gut wie garantiert werden. In den Fällen, in denen dies trotz aller Bemühungen nicht möglich ist und der Terminverzug durch den Unternehmer verursacht wird, sorgt die Projektsteuerung dafür, daß die in den Verträgen vorgesehenen Ansprüche des Bauherrn zweifelsfrei belegbar sind und auf dieser Grundlage der dem Bauherrn entstandene Schaden ohne Verzögerung ausgeglichen werden kann.
Durch die ständige Terminüberwachung werden problembehaftete Unternehmer frühzeitig erkannt und durch Entzug eines Teils ihres Auftrages entbunden oder, falls dies nicht hilft oder nicht möglich ist, werden andere leistungsfähigere Unternehmen umgehend eingesetzt.

Maßnahmen der Projektsteuerung

Die wichtigste und wirkungsvollste Maßnahme der Projektsteuerung ist der Soll-Ist-Vergleich. Dieser Vergleich bezieht sich auf alle vorgenannten Problembereiche und liefert fortwährend und aktuell alle entscheidungsrelevanten Informationen zum aktuellen Arbeitsstand des Projektes. Werden Abweichungen zur ursprünglichen Planung bzw. zum Sollzustand festgestellt, besitzt der Projektsteuerer und Bauherr nunmehr die sofortige Möglichkeit, rechtzeitige geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten, um die aus den festgestellten Abweichungen eventuell resultierenden Nachteile und Verluste abzuwenden. Hierbei gilt der Grundsatz, je eher eventuelle Abweichungen festgestellt werden, um so geringer sind die Risiken finanzielle Verluste zu erleiden.
Die fachkundige und erfahrene Projektsteuerung, als Vertreter und rechte Hand des Bauherrn, trägt den dargestellten Problematiken und Risiken Rechnung und sorgt mit seiner Sach- und Fachkunde dafür, daß alle in der Projektplanung und Projektrealisierung auftretenden Probleme und Risiken umsichtig und zielorientiert gemanagt werden. Er liefert Schutz und Sicherheit vor Verlusten und ist ein Garant dafür, daß der Bauherr sein Bauobjekt, in das er viel Geld investiert hat, termin- und qualitätsgerecht erhält.

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Über den Autor

Jürgen Rentner
Dipl. Ingenieur für Hochbau
Paßbild unseres Experten Jürgen Rentner

Die Immobilientrends des beginnenden 21. Jahrhunderts zu erfassen, die dahinterliegende Dynamik zu begreifen und die Ereignisse in Frage stellen, d. h. das Eigenleben der immer komplexer werdenden Immobilienwirtschaft zu ergründen, darin, so meine ich, besteht die Zielsetzung im Rahmen meiner Aktivitäten für den Immobilientutor. Auf das Sie in einer zum Teil unüberschaubaren Immobilienwelt wieder die Übersicht gewinnen.
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