Immobilienfinanzierung für's Eigenheim: Worauf sollte man bei Baukrediten besonders achten?

„Das Wichtigste für unsere Kunden ist, daß sie ihre monatliche Rate auch bezahlen können“, bringt Fred Ihlau, Experte für Baufinanzierung, die Kernfrage für viele „Häuslebauer“ auf den Punkt. Daher ist es wichtig, daß ein regelmäßiges monatliches Einkommen verfügbar ist. Baukredite können jedoch auch Selbstständige und Rentner erhalten. Wichtig ist nur ein gesichertes finanzielles Fundament. Daher wird vor der Kreditvergabe die gesamte finanzielle Situation überprüft.
Dazu gehören auch andere Kredite, wie beispielsweise für ein Auto, die in die Kalkulation einfließen müssen. Von Vorteil ist es, wenn der Bauherr andere Kredite vor Abschluß des Baukredits abwickeln kann. In der Kalkulation des Kredits müssen neben möglicher Altschulden auch sämtliche Baukosten, Nebenkosten, Gebühren, Honorare und Lebenshaltungskosten des Bauherrn berücksichtigt werden. Jede Bank legt hier eigene Annahmen zu Grunde, von daher kann es sinnvoll sein, mehrere Banken zu konsultieren.
Das Eigenkapital sollte ebenfalls ein bedeutender Faktor beim Entschluß, ein Eigenheim zu finanzieren, sein. Denn je höher das Eigenkapital, um so niedriger wird die gesamte Zinsbelastung. Ihlau sieht einen Eigenkapitalanteil von 20 Prozent, gemessen an der gesamten Bausumme, als sinnvoll und sicher an. „Bei den aktuell niedrigen Zinsen sind mit entsprechendem Eigenkapitalanteil monatliche Raten für Zins und Tilgung im Bereich der Miete realistisch. Das Eigenheim lohnt sich aktuell also besonders“, so der Experte. Neben Bargeld und Fonds, kann auch ein eingebrachter Bauplatz die Eigenkapitalquote erhöhen. Grundsätzlich rät Ihlau zu einer individuell konzipierten Finanzierung eines jeden Bauvorhabens und betont, daß seine Kunden in der Vergangenheit stets durch klare Finanzierungskonzepte profitiert haben.

Wie entwickeln sich die Bauzinsen langfristig?

Viele Bauherren begehen bei der Kostenkalkulation im Vorfeld des Bauvorhabens schwere Fehler. Es ist unbedingt wichtig, sämtliche mit dem Bau verbundenen Nebenkosten zu berücksichtigen. Dazu gehört die Grunderwerbssteuer in Höhe von 3,5 Prozent, Notargebühren, Planungskosten des Architekten, Gebühren für die Baugenehmigung, Vermessungskosten, Mietkosten für die alte Wohnung, Kosten für den Umzug und manchmal auch die Makler-Courtage. Bis zu 6 Prozent der Gesamtsumme verlangt ein Makler in einer deutschen Großstadt. Gerade im Detail lauern bei einem solch großen Vorhaben wie dem Eigenheim viele versteckte Kosten.
Doch kann der Bauherr auch so genannte Eigenleistungen erbringen, die von der Bank häufig bei der Kalkulation des Kredits anerkannt werden. Mögliche Bereiche in denen Eigenleistungen erbracht werden können, sind beispielsweise Fliesen verlegen, mauern, streichen, tapezieren, sowie Heizungs- und Elektroinstallationen. Spricht sich der Bauherr mit der beauftragten Baufirma ab, ist es durchaus möglich, daß die Eigenleistungen erbracht werden können, während die Baufirma in anderen Bereichen arbeitet. Allerdings sollte man darauf achten, daß der gesamte Ablauf nicht durch Eigenleistungen verzögert wird. Können beauftragte Handwerker, wegen einer vom handwerklich tätigen Bauherrn verzögerten Arbeit, ihrem Auftrag nicht nachgehen, drohen Terminprobleme. Nicht nur deshalb sollten „Häuslebauer“ ihre handwerklichen Fähigkeiten nicht überschätzen. Grundsätzlich darf allerdings jede Arbeit vom Bauherrn ausgeführt werden, sofern ein Fachmann die Arbeit später überprüft und abnimmt.
Fred Ihlau hat langjährige Erfahrungen im Bereich der Baufinanzierung. Aktuell rechnet er langfristig mit steigenden Bauzinsen. Doch stehen die Chancen fürs Eigenheim noch immer sehr gut: Je früher sich ein Kunde für ein Bauvorhaben entscheidet, um so mehr profitiert er von den aktuell noch niedrigen Zinsen. Zudem sollte darauf geachtet werden, daß die Kreditlaufzeiten lang gestaltet werden. Dadurch erhält der Kunde eine hohe Sicherheit, Kredite mit kurzen Laufzeiten müßten eventuell nach Ablauf des Vertrages durch Folgekredite mit höherer Zinsbelastung refinanziert werden. Bei langen Laufzeiten dagegen, sichern sich Bauherren die aktuell noch niedrigen Zinskonditionen.

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Über den Experten

Fred Ihlau
Dipl. Ingenieur
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