Effektives Gebäudemanagement

Teil 2/2: Ökonomie und Ökologie

Ökonomie und Ökologie im Gebäudemanagement schließen einander nicht aus. Ökologisches Bauen wird meist im Widerspruch zu wirtschaftlichem Bauen gesehen. Werden jedoch Kosten- und Umweltaspekte bereits bei der Planung gleichermaßen berücksichtigt, so lassen sich ökologische Projekte auch kostengünstig realisieren.
Ein Werkzeug hierfür ist die planungsbegleitende Analyse. Die Planungsentwürfe werden am Ende der Vorplanung, am Ende der Genehmigungsplanung und vor Baubeginn anhand folgender Hauptkriterien bewertet:

1. Ökonomische Kriterien

  • Baumanagement
  • Herrichten und Erschließen
  • Baukonstruktion
  • Technische Anlagen
  • Außenanlagen
  • Ausstattung und Kunstwerke

2. Ökologische Kriterien

  • Baustoff- und Ressourcenverbrauch
  • Schadstoffemissionen
  • Entsorgung
  • Wasser, Boden, Luft
  • Energieinput
Die Ergebnisse der Bewertung übernimmt ein entsprechendes Programm automatisch in die nächste Stufe. Der Anwender bekommt dadurch erstmals die Möglichkeit, Planungsentwürfe umfassend ökonomisch, ökologisch und sozial mit einem angemessenen Zeitaufwand zu beurteilen.

Beispiel einer Optimierung

Gegenstand ist ein dreigeschoßiges Mehrfamilienhaus mit zehn Wohneinheiten, das saniert und modernisiert wird.
Mit der Dämmung von Fassade, Kellerdecke und Dach sowie Erneuerung der Festerverglasung wird eine umfangreiche energetische Modernisierung durchgeführt. Außerdem werden die Wohnungen gleichmäßig mit neuen Balkonen ausgestattet und zum Teil zusammengelegt. Das Treppenhaus wird komplett erneuert und der Außenbereich ebenfalls in die Erneuerung einbezogen. Die Bewertung führt ein Projektbeteiligter durch, der alle wichtigen Informationen griffbereit hat. An Unterlagen werden in erster Linie eine Kostenübersicht, Energiebedarfsnachweise nach EnEV vor und nach der Erneuerung sowie eine Übersicht über den Schichtaufbau der relevanten Bauteile nach der Erneuerung benötigt.
Nach jeder Bewertungsstufe wird eine graphische Übersicht über die Bewertungsergebnisse der Hauptkriterien ausgegeben, an der sich die Stärken des Projekts sowie das Optimierungspotential ablesen lassen.
Weitere Optimierungspotentiale befinden sich im Umgang mit vorhandenen Bewohnern. Der Anwender kann jederzeit tiefer in die Bewertung einsteigen und damit seine Planung verbessern.
Nach Abschluß der dritten Bewertungsstufe (vor Baubeginn) sind alle Kriterien umfassend bewertet, und dem Anwender werden die Bewertungsergebnisse zur Verfügung gestellt.
Der Anwender kann damit die Stärken des Projektes übersichtlich dokumentieren und das Optimierungspotential auf einen Blick erkennen. Der Bewertungspaß dient als Argumentationshilfe gegenüber Investoren, Fördermittelgebern oder anderen Projektbeteiligten sowie als Marketinginstrument.
Durch die Bewertung erhält der Anwender eine einheitliche Beurteilungsbasis für verschiedene Entwürfe, gleichzeitig werden die Optimierungspotentiale eines Entwurfs dargestellt. Der Entscheidungsprozeß wird transparent und zielgerichtet. Dadurch, daß bereits in der Planungsphase der Entwurf im Hinblick auf den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes umfassend ökonomisch, ökologisch und sozial bewertet wird, werden Nutzungskosten sowie Umweltbelastungen in der Nutzungsphase frühzeitig minimiert. Dies bildet die Grundlage für ein effektives Gebäudemanagement.

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Über den Autor

Jürgen Rentner
Dipl. Ingenieur für Hochbau
Paßbild unseres Experten Jürgen Rentner

Die Immobilientrends des beginnenden 21. Jahrhunderts zu erfassen, die dahinterliegende Dynamik zu begreifen und die Ereignisse in Frage stellen, d. h. das Eigenleben der immer komplexer werdenden Immobilienwirtschaft zu ergründen, darin, so meine ich, besteht die Zielsetzung im Rahmen meiner Aktivitäten für den Immobilientutor. Auf das Sie in einer zum Teil unüberschaubaren Immobilienwelt wieder die Übersicht gewinnen.
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