Handwerker und haushaltsnahe Dienstleistungen

Teil 1/2: Steuergeschenke für Eigentümer und Mieter

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Mit den Schreiben des Bundesfinanzministerium vom 3. November 2006 und schließlich am 26. Oktober 2007 wurde die steuerliche Abzugsfähigkeit der Kosten für Handwerker, sog. Handwerkerleistungen, und der sog. haushaltsnahen Dienstleistungen aus § 35 a EStG erläutert und klargestellt.
Seit dem 1. Januar 2009 werden nach dem Gesetz zur Förderung von Familien und haushaltsnahen Dienstleistungen alle haushaltsnahen Dienstleistungen einschließlich Pflegeleistungen in einer Vorschrift zur Förderung privater Haushalte als Auftraggeber einer Dienstleistung bzw. als Arbeitgeber sozialversicherungspflichtig Beschäftigter zusammengefasst.

Dienstleistungen

Wer wird begünstigt?

Selbstnutzende Eigentümer oder Mieter einer Immobilie. Aber auch Eigentümer von Wohnungen, die einem Kind unentgeltlich überlassen wurden, sowie Zweit-, Wochenend- und Ferienwohnungen. Die Leistung muß im Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden und der Haushalt muß sich in Deutschland befinden.

Was ist unter einer haushaltsnahen Dienstleistung zu verstehen?

Eine Dienstleistung ist überwiegend immaterieller Natur. Sie kann sowohl von einer einzelnen Person als auch von einem Unternehmen erbracht werden. Der Warenerwerb oder die Schaffung von etwas Neuem steht hier nicht im Vordergrund. Das Verbrauchsmaterial, wie Schmier-, Reinigungs-, Spülmittel oder Streugut, können jedoch in Ansatz gebracht werden. Die begünstigten Arbeitsleistungen müssen im Zusammenhang mit der Haushaltsführung auf dem eigenen Grundstück oder in der Wohnung stehen. Hierzu gehören unter anderem:
  • Reinigung der Wohnung (z. B. Fenster, Teppich)
  • Gebäudereinigung / Hauswarte
  • Winterdienst/Straßenreinigung (nicht öffentlich-rechtliche Straßen)
  • Gartenpflegearbeiten (z. B. Rasenmähen, Heckenschneiden)
  • Kosten des Abfallmanagementes
  • Schornseinfegerleistungen
  • Wartungskosten (z. B. Warmwasser, Abwasser, Heizung, Feuerlöscher)
  • Dachrinnenreinigung
  • Umzugsdienstleistungen für Privatpersonen
  • Pflege von Angehörigen durch Inanspruchnahme eines Pflegedienstes
  • seit dem Jahr 2008 auch die Beschäftigung eines Gärtners bzw. einer Haushaltshilfe

Regelung und Abzug bis zum 31. Dezember 2008

Auf Antrag waren Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen in Höhe von 20 % und bis zu einer Rechnungssumme von 3.000 € abziehbar. Die Verdopplung des Betrages war möglich, sofern die Dienstleistung für besonders pflegebedürftige Personen erbracht wurde. Die Pflegeleistungen mussten im Haushalt des Steuerpflichtigen oder im Haushalt der gepflegten oder betreuten Person erbracht werden. Damit ließ sich die Steuerschuld um bis zu 600 € pro Jahr (ggf. doppelter Betrag bis zu 1.200 €) reduzieren.

Regelung und Abzug ab dem 1. Januar 2009

Die Förderung wurde auf 20 % der Aufwendungen von bis zu 20.000 € ausgeweitet. Somit kann der steuerliche Abzug bis zu 4.000 € pro Jahr betragen. Im Einzelnen können danach folgende steuerliche Ermäßigungen beansprucht werden:
  • für Handwerker bzw. Handwerkerleistungen, Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen bleibt es bei dem Betrag von 20 % des Arbeitslohns. Eingereicht werden dürfen Handwerksrechnungen im Wert von insgesamt 6.000 €. So beträgt die Höchstgrenze des steuerlich zulässigen Abzuges nunmehr 1.200 €
  • sozialversicherungspflichtig angestellte Haushaltshilfen bzw. selbständige Tätigkeit (auch Pflege- und Betreuungsleistungen) bis zu 20.000 € in Höhe von 20 %, höchstens 4.000 €
  • für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse bei geringfügigen Beschäftigungen bis zu 2.550 € in Höhe von 20 %, höchstens 510 €

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Über den Autor

Honorata Cyrus
Dipl. Juristin
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