Profitips zur Mietersuche

Teil 2/2: Tips für Vermieter

Bunter Balkon einer Mietwohnung

Die ungewöhnliche Farbgebung dieses Hauses erinnert an Ikea
„Um eine Wohnung auf jeden Fall vermieten zu können, sollte sie groß, in guter Lage, rundum renoviert und spottbillig sein“, scherzt Cyrus. Auf was es im Detail ankommt und worauf der Vermieter achten kann, um sein Objekt mit dem minimalsten Aufwand am Markt attraktiv zu machen, ist eine der Kernfragen erfolgreichen Vermietens. Doch lohnen sich aufwendige Renovierungen nicht überall: „In schlechter Lage lassen sich auch durch teure Renovierungen keine hohen Mieten erzielen – durchschnittliche Mieten erzielen sie dort dagegen auch mit Wohnungen, die in einem teilmodernisierten Zustand sind“, so die einhellige Meinung von Profis der Mietersuche. Dabei sind sowohl die aus dem Mietspiegel ermittelten Mieten, als auch die auf dem Wohnungsmarkt tatsächlich erzielbaren Mieten zu berücksichtigen. Grundsätzlich hängt die Frage nach Renovierungen immer von den finanziellen Möglichkeiten der potentiellen Mieter ab. Solvente Mieter in sehr guten Wohngegenden schätzen rundum modernisierte Objekte auf dem neuesten Stand. Hier lassen sich durch Renovierungen höhere Mieten erzielen, die Investitionen lohnen sich für den Vermieter langfristig. Schaut man allerdings in sozial schwache Vorstadtsiedlungen, haben die Mieter meist kein Geld, eine höhere Miete zu erbringen und solventere Mieter möchten dort auf Grund der Lage nicht einziehen. In diesen Fällen sind aufwändige Renovierungen unrentabel. Derjenige, der die Lage kennt, kann sich die Wohnung im modernisierten Zustand nicht mehr leisten und der, der sich die Wohnung leisten könnte, möchte sie nicht. Grundsätzlich sollte die Analyse der bereits vorhandenen Mieterstruktur bei der Entscheidung über Instandsetzungs- oder Modernisierungsarbeiten berücksichtigt werden.

Mieter sollten in die Hausgemeinschaft passen

Plattenbau im Märkischen Viertel in Berlin

Plattenbau im Märkischen Viertel in Berlin
Ein weiteres Problem, das mit der zunehmend ernsten wirtschaftlichen Lage der Bevölkerung einhergeht, ist die Problematik der säumigen Mieter. Auch Cyrus hat mit dieser Problematik schon Erfahrungen gemacht: „Besitzt ein Vermieter ein Miethaus mit zwölf Parteien und zahlen vier davon nicht, kann er schnell in eine finanzielle Schieflage geraten.“ Der hohe Mieterschutz in Deutschland trägt zudem dazu bei, daß Vermieter kaum Möglichkeiten haben, säumigen Mietern schnell und unkompliziert zu kündigen. Auch wenn dem säumigen Mieter letztendlich erfolgreich gekündigt wurde, sind meist hohe Kosten für Gericht und Verwaltung entstanden. Selbst eine Bonitätsprüfung vor Vertragsabschluß und eine Kaution schützen vor professionellen Betrügern nicht. Zeigen sich Mieter mit finanziellen Problemen in der Regel noch kooperativ, hat der Vermieter gegen Kriminelle meist keine Handhabe. Die beste Möglichkeit, sich als Vermieter zu schützen, ist vom potentiellen Mieter eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, also eine Art eidesstattliche Erklärung zur Mietschuldenfreiheit, zu verlangen. Zudem besteht grundsätzlich die Möglichkeit mit dem ehemaligen Vermieter Kontakt aufzunehmen.
Doch sind nicht ausschließlich die Finanzen Ursachen für Probleme zwischen Vermieter und Mieter. Auch jemand der sich in die Hausgemeinschaft nicht einleben will, keine Rücksicht nimmt, Lärm erzeugt und nicht kooperativ ist, kann für Schwierigkeiten sorgen. Werden durch einen Störenfried alle Mieter beeinträchtigt, leidet zum einen die Lebensqualität und entsteht so zum anderen weitere Arbeit für den Vermieter. Die erfolgreiche Mietersuche muß demnach nicht nur das Ziel haben, Vertragsabschlüsse zu produzieren. Vielmehr kommt es darauf an, den passenden Mieter für das Objekt zu finden. Nur so können Wohnungen langfristig und für den Vermieter rentabel vermietet werden. Dabei sind vor allem „weiche“ Faktoren, wie beispielsweise die Integration in die Hausgemeinschaft von Bedeutung.

Kommen Sie berufstätigen Interessenten entgegen!

Im Bereich von Werbung und Marketing ist es für den Vermieter wichtig, den regionalen Immobilienmarkt im Auge zu behalten. Gewährt die Konkurrenz Rabatte, oder verschenkt Monatsmieten zum Einzug, sollte man sich – sofern man leerstehende Objekte besitzt – über ähnliche Aktionen Gedanken machen. Grundsätzlich ist ein anständiges Mietobjekt in Verbindung mit einer kompetenten Beratung für den Interessenten stets die beste Werbemaßnahme. Gerade hier werden kompetente Unternehmen gerne weiterempfohlen. Wer direkt werben möchte, sollte für eine gewisse Medienpräsenz sorgen. Zeitung und Internet sind mittlerweile die wichtigsten Medien, um Vermietungsanzeigen zu schalten. Dies bestätigt auch die Expertin für Mieterbeschaffung: „Heute kommen die meisten Anfragen auf Grund von Zeitungs- und Internetinseraten und gerade die neuen Medien sind stark im Kommen“.
Auch die Flexibilität auf Seiten der Vermieter ist wichtig. Wer Berufstätige oder Familien ansprechen möchte, sollte sich darüber Gedanken machen, auch am Wochenende für Besichtigungstermine zur Verfügung zu stehen. Private Wohnungsbaugesellschaften bieten diesen Service schon längere Zeit an, die öffentlichen Gesellschaften ziehen nun nach. Zusammenfassend kommt es bei der Vermietung darauf an, das richtige Klientel für das Objekt zu finden, kompetent und umfassend zu beraten, Besonderheiten des regionalen Marktes zu berücksichtigen, in den gängigsten Medien zu inserieren und nicht zuletzt dem Kunden einen flexiblen Service zu bieten. „Es gibt zu jedem Objekt einen passenden Mieter, und wenn man intensiv sucht, wird man ihn auch finden“, so Cyrus.

Artikelreihe

Artikelinformationen:

spacer spacer

Über den Experten

Honorata Cyrus
Dipl. Juristin
Paßbild unserer Expertin Honorata Cyrus

mehr über Honorata Cyrus Honorata Cyrus kontaktieren
Übersicht | Kontakt | Schlagworte | Links | Nutzungsbedingungen | Impressum