Der optimale Versicherungsschutz für Haus- und Immobilieneigentümer

Teil 3/7: Unterversicherung und Multi-Risk-Policen

Zum besseren Verständnis der Notwendigkeit des Unterversicherungsverzichts, sollte geklärt werden, was unter Unterversicherung zu verstehen ist. Unterversicherung tritt ein, wenn die Versicherungssumme kleiner ist als der Versicherungswert der Immobilie. Stellt der Versicherer im Schadensfall fest, daß der zu versichernde Wert der Immobilie höher als die Versicherungssumme ist, berechnet er die Entschädigung lediglich anteilig.
Ein Beispiel zur Verdeutlichung:
Die Versicherungssumme einer Immobilie beträgt 400.000 Euro, der tatsächliche Wert ist aber 800.000 Euro. Die Versicherungssumme deckt also nur 50 Prozent des Werts der Immobilie ab. Bei einem Schaden würde der Versicherer in diesem Fall auch nur 50 Prozent der Schadenssumme übernehmen, unabhängig von der Höhe der Schadenssumme. Bei einem Schaden von 100.000 Euro würde der Versicherer also lediglich 50.000 Euro übernehmen.

Warum ist der Unterversicherungsverzicht notwendig?

Der Unterversicherungsverzicht ist eine Klausel im Rahmen einer Wohngebäudeversicherung. Sie stellt sicher, daß es im Schadensfall keine Streitigkeiten über die Höhe der Versicherungssumme gibt. Das bedeutet, Schäden werden ohne Abzüge ausgezahlt. Der Versicherer prüft nicht, ob eventuell eine Unterversicherung des Wohngebäudes vorliegt. Die vereinbarte Versicherungssumme wird als maximale Entschädigung gezahlt.
Es gilt aber zu bedenken, daß Versicherungsunternehmen im Falle eines Totalschadens nur bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssummen zahlen, auch wenn der Unterversicherungsverzicht erklärt wurde.

Bringen sogenannte Multi-Risk-Policen Vorteile für den Immobilienbesitzer?

Am Markt werden neben den herkömmlichen Wohngebäudeversicherungen auch sogenannte Allgefahrendeckungen oder Multi-Risk-Policen angeboten. Der Vorteil hierbei ist, daß sämtliche Gefahren der Wohngebäudeversicherung (auch Elementarschäden, Glasbruch usw.), sämtliche Haftpflichtgefahren (auch Bauherrenhaftpflicht, Gewässerschadenhaftpflicht für Öltanks usw.) und die Gebäudeelektronikversicherung grundsätzlich immer enthalten sind.
Es handelt sich also um eine Art "Sorglos-Paket", zumal auch der Unterversicherungsverzicht bei korrekter Angabe der Wohneinheiten bzw. Gewerbeeinheiten Bestandteil des Vertragswerkes ist. Grundsätzlich spricht also nichts gegen diese Form der Absicherung. Es bedarf jedoch der genauen Prüfung, ob dieser Versicherungsschutz im Einzelfall paßt und ob er nicht über den tatsächlich erforderlichen Bedarf hinausgeht, denn diese Multi-Risk-Policen sind nicht modular, das heißt es ist in der Regel nicht möglich, einzelne Bausteine abzuwählen.

Artikelinformationen:

spacer spacer

Über den Autor

Michael Eitner
Versicherungsmakler
Paßbild unseres Experten Michael Eitner

mehr über Michael Eitner Michael Eitner kontaktieren
Übersicht | Kontakt | Schlagworte | Links | Nutzungsbedingungen | Impressum