Der optimale Versicherungsschutz für Haus- und Immobilieneigentümer

Teil 2/7: Versicherungsarten

Hier eine Liste verbreiteter Verischerungsarten:
Haus- und Grundbesitzer Haftpflichtversicherung
Grundlage für die Prämienberechnung ist der sogenannte Bruttojahresmietwert bzw. die Anzahl der Wohn- und Gewerbeeinheiten.
Wohngebäudeversicherung
Grundlage für die Prämienberechnung ist der Versicherungswert, welcher den Neubaukosten der Immobilie entspricht. Die Prämien werden über ein spezielles Verfahren über den sogenannten „Wert 1914“ und den aktuellen Baukostenindex berechnet (gleitende Neuwertversicherung). Der „Wert 1914“ entspricht dem theoretischen Wert der Immobilie, wäre diese im Jahr 1914 errichtet worden. Er wurde zwischen den verschiedenen Versicherungsgesellschaften als gemeinsame Basis für die Berechnung der Prämien und des Versicherungswertes festgelegt.
Mietverlustversicherung
In der Regel ist bei der Mietverlustversicherung derjenige Mietverlust prämienfrei mitversichert, welcher durch die Gefahren hervorgerufen wird, die von der Wohngebäudeversicherung abgedeckt werden – also die Mietverluste, die nach einem Feuer-, Leitungswasser- oder Sturmschaden für die Wohneinheiten entstehen. Für Gewerbeeinheiten ist es hingegen erforderlich, eine gesonderte Mietverlustversicherung abzuschließen. Die Prämie wird dabei in Abhängigkeit von der Bruttomiete und dem Haftungszeitraum (12 oder 24 Monate) berechnet.
Gewässerschadenhaftpflichtversicherung
Die Gewässerschadenhaftpflichtversicherung ist nur erforderlich. falls Öltanks vorhanden sind. Grundlage für die Prämienberechnung ist das Fassungsvermögen des Öltanks in Qubikzentimern und die Lage des Tanks, das heißt ob er unter- oder oberirdisch eingebaut ist.
Glasversicherung
Grundlage der Prämienberechnung ist die Anzahl der Wohn- und Gewerbeeinheiten oder die Berechnung über den Wert von 1914 (siehe Ausführungen zur Wohngebäudeversicherung).

Auf welcher Grundlage wird Versicherungsbedarf, -höhe und -beitrag ermittelt?

Der Versicherungsbedarf hängt grundsätzlich vom Wert, vom Zustand und sicherlich auch von der Lage der Immobilie ab. Die entscheidende Rolle spielt hier das objektive, aber auch subjektive Sicherheitsbedürfnis des Eigentümers, also ob beispielsweise nur die Feuergefahr versichert werden soll oder ob alle realistischerweise drohenden Gefahren versichert werden sollen. Teilweise wollen Banken bei mitfinanzierten Immobilien auch zwingend entsprechende Versicherungspolicen sehen. Dabei entscheidet auch der Zustand und das Alter der Immobilie mit darüber, ob nur der Zeitwert oder der “gleitende Neuwert“ versichert werden soll.
Besteht die zu versichernde Immobilie z. B. aus einem Vorder- und Hinterhaus, so ist in den meisten Fällen das Rohrsystem der Immobilie über den Hof verlegt, daher sollten folglich Zu- und Ableitungsrohre auf dem gesamten Grundstück mitversichert sein. Wenn die Immobilie mit hochwertiger Haustechnik ausgestattet, sollte der Hauseigentümer erwägen, daß neben den oben genannten Gefahren auch die aufwendige Haustechnik (Fahrstuhl, Heizungsanlage, Türschließanlage) gegen unsachgemäße Handhabung, Vandalismus oder Diebstahl versichert werden kann. Steht die Immobilie in der Nähe von stehenden oder fließenden Gewässern, sollten die Risiken von Elementarschäden abgedeckt werden, damit Überschwemmungsschäden abgesichert sind. Falls Immobilien im Umfeld bereits mit Graffiti besprüht sind, ist es sicherlich sinnvoll, auch das Risiko derartiger Schäden durch eine geeignete Versicherung abzudecken.
In jedem Falle macht die bisherige Aufzählung schon deutlich, wie sehr der Zuschnitt eines adäquaten Versicherungspaketes von der konkreten Immobilie und dem Sicherheitsbedürfnis des Eigentümers abhängt. Der tatsächliche Bedarf kann stark variieren und sollte zuerst einmal individuell ermittelt werden. Bei vermieteten Wohnhäusern ist eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung unverzichtbar, da mögliche Schäden nur bei selbstgenutzten Einfamilienhäusern von der Privathaftpflicht mitabgedeckt werden.
Die Versicherungshöhe hängt dabei vom Wert des Hauses ab, Berechnungsgrundlage sind hier die Neubaukosten, d. h. die Wiederaufbaukosten. Gebäude mit überwiegend privatwirtschaftlicher Nutzung und mit einer Leerstandsquote von weniger als 50 % versichert man dabei üblicherweise zum Neuwert. Die Ermittlung des Neubauwertes einer Immobilie kann auf drei verschiedene Arten erfolgen: durch ein Sachverständigengutachten, durch vorhandene Rechnungen (tatsächliche Baukosten - bei Neubauten üblich) oder durch den Wertermittlungsbogen des Gebäudeversicherers. Wird eine dieser anerkannten Methoden für die Ermittlung des Neubauwertes herangezogen, sollte der Immobilienbesitzer darauf Wert legen, daß der Versicherer den wichtigen Unterversicherungsverzicht erklärt.

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Über den Autor

Michael Eitner
Versicherungsmakler
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